MenuFamiliekroniek van Nikolaus Severin Joseph Schunck, 1869-1939, Kettenis bij Eupen text, no JavaScript Log in   Diese Seite auf Deutsch  
Familien Chronik von Nikolaus Severin Schunck

Die Erben Schunck aus Kettenis
von Pierre Schunck

Vater Nicolas Severin Schunck ist 66 Jahre alt.
Er kränkelt und leidet unter Staublungen (eine Weberkrankheit). Er stirbt 1865 - er war ein gottesfürchtiger Mann, der seinen Beruf, oder, wie er es selbst nannte, sein „Artisanat”, liebte. Er hätte nichts lieber gesehen, als wenn seine Söhne mit ihm am Webstuhl gesessen und ordentliche, handgewebene Stoffe hergestellt hätten.
Aber es war anders. Der älteste, Nicolas, arbeitete bei fremden Leuten in Aachen an den verfluchten eisernen „Katzowwen” (wahrscheinlich mechanische Webstühle, nicht handbediente).
Wilhelm war weit weg in Russland.
Arnold, mein Großvater, träumte vom Auswandern nach New Orleans, wo sein Freund Kops eine mechanische Werkstätte hatte.
Ludwig wusste nicht, was er wollte, aber er war gar nicht abgeneigt, zusammen mit Arnold nach Amerika auszuwandern.
Nur Joseph arbeitete brav und treu mit dem Vater zusammen am Webstuhl. Er wollte den elterlichen Betrieb fortführen, aber sowohl er als auch seine Brüder und Schwestern wussten, dass dies nur möglich sein könnte, wenn er mechanisieren und Dampfkraft einsetzen würde. Um das zu erreichen, hatte Joseph Geld gespart.
Seine Miterben wollten ihm dieses ersparte Geld nicht nehmen. Aber dadurch wurde die Teilung des Erbes sehr schwierig. Es gab zwar feste Aktiva (ein Haus, eine Werkstatt mit veralteten Geräten), aber keine flüssigen Mittel.
Erst nach drei Jahren, als Wilhelm aus russisch Polen zurück kommt, findet man eine Lösung des Erbproblems.

1868 beschließt man wie folgt:
Der Bruder Severin Josef wird Eigentümer der Weberei, vom Haus und der Werkstatt in Kettenis.
Severin Josef muss an jeden der anderen Erben 1000 Rheinische Taler zahlen, nach fünf Jahren.

Den Söhnen, die im Betrieb des verstorbenen Vaters gearbeitet hatten ohne eine andere Vergütung als Kost und Logis, sollte er jetzt einen Handwebstuhl geben und nach den fünf Jahren eine weitere Vergütung in Form von Stoffen, die er selbst gewebt hatte.
Vater Nicolas Severin lebte in keiner günstigen Zeit. Durch den Wechsel vom Herzogtum Limburg ins Königreich Preußen musste er sich andere Quellen für seine Rohstoffe suchen, sowie versuchen, ein neues Absatzgebiet zu finden.
Aber der Sohn Severin Joseph fiel sozusagen „mit der Nase in die allerbeste Butter”. Ab 1870 war Deutschland nicht mehr geteilt. Eine große Industrieblüte war die Folge. Die Webkunst hatte einen neuen, großen Markt gefunden. Das dauerte bis 1873.
Severin Joseph hatte voll und ganz davon profitiert. Er konnte alle seine Verpflichtungen gegenüber seinen Miterben erfüllen.
Mein Großvater erhielt seine Stoffe und obendrein gaben ihm seine beiden Brüder, die in Russisch-Polen waren (Byalystok) ihre hölzernen Webstühle. Als Gegenleistung dafür sollte er die Tuche, die ihnen zustanden, für sie verkaufen und ihnen das Geld geben.

Mein Großvater zog mit seinem Bruder Ludwig nach Hauset, wo sie in einer leerstehenden Mühle (die Kupfermühle) versuchten, ihre Kost zu verdienen. Das war schon im Jahre 1866. Sie hatten keine Mittel, um Garn zu kaufen und Aufträge zu finanzieren. Darum hatten sie sich etwas anders ausgedacht: sie färbten und appretierten für die Industrie Garne und Stoffe. Das kann man machen, ohne allzu viel flüssige Mittel einzusetzen.

Als 1874 oder 1872 (die Zahl ist im Manuskript verbessert und nicht lesbar) die Stoffe frei wurden, war jedoch für diesen Absatz die Konjunktur vorübergehend nicht günstig. Die große Produktivität von Eupen und Aachen nach 1870 schadete der Textilindustrie von Verviers. Dort saß man auf den unverkauften Vorräten. Sie wurden nach 1873 zu Dumpingpreisen auf den Markt geworfen und mein armer Großvater und Ludwig saßen mit ihren gefärbten Stoffen „daneben”.
Für den Absatz der Stoffe wurde jedoch eine Lösung gefunden, die tatsächlich den Anstoß zur Gründung des Ladens Schunck in Heerlen gegeben hat.
Das Textilgeschäft Schunck
Der Glaspalast Schunck, Heerlen (NL) gehört zu den niederländischen Top-13 der weltweit tausend wichtigsten Gebäuden im 20. Jahrhundert.

De textielhandel Schunck
Het Glaspaleis wordt een monument